Herbst- und Winterstoffe

Kreativ Messe Stuttgart

Eine kleine Übersicht über Stoffarten und ihre Verwendung

Na, gehörst du auch zu den heimlichen Herbstfans? Ja, natürlich hat jede Jahreszeit ihre schönen Seiten, aber ich mag den Herbst von allen am liebsten. Wenn das Feuer wohltuend im Ofen knistert, ich mit Wolldecke, herrlich duftend heißem Tee und einem dicken Schmöker auf dem Sofa liege und draußen der Wind an den Rollläden rüttelt (okay: Wunschvorstellung)… Und nicht zu vergessen: Die Stoffmärkte und -messen, die im Herbst stattfinden!

Und damit sind wir auch schon beim Thema: Welche Stoffe eignen sich eigentlich für herbst- und wintertaugliche Kleidung? Und worauf sollten wir beim Kauf und bei der Verarbeitung achten?

Dieser Beitrag enthält Verlinkungen und namentliche Erwähnungen zu verschiedenen Onlinehändlern. Dafür werden wir weder bezahlt, noch erhalten wir eine Provision für deinen Einkauf.

Jersey

Wer wie ich kleine Kinder zu Hause hat, weiß die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten von Jersey mit Sicherheit zu schätzen. Langärmelige Sweatshirts aus einfachen Jerseystoffen lassen sich wunderbar drüber und drunter ziehen und sind für den im Kindergarten gern gesehenen Zwiebellook unersätzlich!
Lange Leggins aus Jersey gehören ebenso zu den Basics, da man sie im Herbst sowohl über einer Strumpfhose als auch unter einer Hose tragen kann.

Jerseyreste lassen sich außerdem ganz einfach zu Loopschals, Arm- und Beinstulpen, Mützen oder Stirnbändern verarbeiten. Und glaubt mir: Davon kann man in der kalten Jahreszeit nie genug haben!

Tolle Jerseystoffe findet man eigentlich in jedem Näh- und Kurzwarenladen und natürlich auch online. Meine einfarbigen Basicjerseys kaufe ich zum Beispiel gerne bei Pumuckl Stoffversand.

Sweatstoffe

Nun wird es schon etwas komplizierter: Während sich normale Jerseystoffe in Dicke und Schwere relativ ähnlich sind, gibt es bei Sweatstoffen schon deutlich größere Unterschiede.

Dicke Sweatstoffe mit flauschiger Unterseite eignen sich hervorragend für Hoodies und Jogginghosen. Je nachdem wie dehnbar der Stoff ist, kann man auch eine wintertaugliche Leggings daraus nähen. Achte dann darauf, das Schnittmuster großzügiger zuzuschneiden bzw. in der Breite etwas zuzugeben und nähe zunächst ein Probestück, um die Passform zu kontrollieren, bevor du dich an den „richtigen“ Stoff ranmachst.

French Terry, auch oft als Sommersweat bezeichnet, hat Schlingen auf der Rückseite, ist in der Regel dünner als normaler Sweatstoff und dicker als Jersey. Daraus kannst du ebenfalls herrlich leichte Hoodies, Jogginghosen, Jeggins oder Leggins nähen – vor allem wenn die Benähten nicht so schnell kalte Füße kriegen…

Sweatshirts und langärmelige Oberteile aus French Terry sind etwas “fester” als solche aus Jersey und damit die perfekte, nicht zu warme Herbstoberschicht.

Generell kannst du dich beim onlineshoppen von Sweatstoffen an der Grammzahl orientieren: Sehr dicke Sweatstoffe haben in der Regel 350g /Laufmeter und mehr, während eher „dünnere“ Sweatstoffe und French Terry Stoffe bei ca. 250g – 350g liegen.

Was die Elastizität angeht kann man pauschal sagen: Je schwerer der Stoff ist, desto unelastischer ist er. Und je höher der Kunstfaseranteil ist, desto elastischer ist der Stoff erfahrungsgemäß.

Alpenfleece

Alpenfleece gehört auch zu der großen Familie der Sweatstoffe, ist dehnbarer als normaler Sweatstoff, hat allerdings eine fellartige, dicke, flauschige Unterseite, die aus Polyester besteht. Verwenden würde ich Alpenfleece für Hoodies und Kapuzenjacken, bedenke aber (gerade bei Kinderkleidung), dass man durch den hohen Kunstfaseranteil darin ziemlich schnell und ziemlich stark schwitzen kann.

Einige tolle Alpenfleecestoffe findest du zum Beispiel bei unserem Partner Stoffkontor.

Softshellstoffe

Für herbsttaugliche Jacken, Westen und sogar Hosen eignen sich Softshellstoffe hervorragend! Softshell ist nicht nur relativ günstig und mittlerweile in allen Farben und Mustern erhältlich, der Stoff ist auch unter der Nadel herrlich unkompliziert und somit anfängertauglich. Ein weiterer Pluspunkt ist die Fleecebeschichtete Rückseite, die einem das aufwendige Füttern der Jacken erspart. Auch hier gilt wie bei Sweatstoffen: Achte beim Onlineshoppen auf die angegebenen Grammzahlen und auf die Beschichtung der Rückseite. Ein weiterer Hinweis, den du bei der Planung deines Nähprojektes nicht außer acht lassen solltet: Softshell ist meistens nicht wasserdicht, sondern lediglich wasserabweisend. Damit kommt man ganz gut durch den Herbstalltag, allerdings nicht durch eine Sintflut. Zumindest nicht trocken.

Wenn du mit deiner Softshelljacke eine Kanutour planst, findest du den geeigneten Stoff ganz bestimmt bei extremtextil.de, hier hast du zwar nicht die größte Farb- und Musterauswahl, aber wirklich exakte und verlässliche Angaben zur Funktionalität des Stoffes.

Für unseren Alltag (wie du ja jetzt weißt, sitzen wir bei einer Sintflut lieber drinnen vor dem Ofen) tuts auch ein wasserabweisender Softshell – und davon gibt es einige bei Stoffkontor.eu zur Auswahl.

Wem das nun zu viel Synthethik war, der lese aufmerksam weiter, denn die Natur hält uns einige Alternativen bereit…

Wollstoffe

Bei uns zu Hause sind mit der Geburt der Kinder erstmals Kleider aus Wolle/Seide eingezogen. Die herrlich weichen Bodys in wundervollen Farben haben sich schnell gegen die Baumwollgarnitur durchgesetzt, da sie in Sachen Tragekomfort und Pflegeleichtigkeit einfach unschlagbar sind.

Mittlerweile sind meine Kinder aus dem Bodyalter heraus, deshalb sind hier Unterhemden (mit und ohne Ärmel) aus Wolle/Seide Standart. Zugegeben: Ein Jersey aus Wolle/Seide ist sehr dünn und extrem elastisch und deshalb nicht unbedingt für dein erstes Nähprojekt zu empfehlen (mal ganz zu schweigen vom Meterpreis). Aber wenn du einigermaßen sicher mit Baumwolljersey und deiner Nähmaschine umgehen kannst, dann solltest du diese Alternative wirklich mal ausprobieren!

Fleecestoffe aus Wolle sind ebenfalls herrlich weich und sind genauso pflegeleicht wie Wolljerseys. Meine Tochter trägt zum Beispiel im Winter gerne ärmellose Kleider und Tunikas aus Wollfleece über einem leichten Jerseyshirt, das hält schön warm und trocken, denn Wollstoffe saugen (anderst als Baumwollstoffe) keine Feuchtigkeit auf und sind natürlich atmungsaktiv (anderst als Fleecestoffe aus Polyester).

Aus einigen Wollwalkstoffen kannst du sogar herbst- und wintertaugliche Jacken nähen. Die sind natürlich nicht 100% wasserdicht (Stichwort: Kanutour), können aber mit einem gewöhnlichen Softshell in Sachen Regenfestigkeit durchaus mithalten.

Eine tolle Auswahl an Wollstoffen findest du im Shop von DanischPur – die Stoffe dort sind größtenteils aus kontrolliert biologischer Tierhaltung und ohne schädliche Chemikalien gefärbt.

Und nun hast du es tatsächlich bis zum Schluss dieses sehr textlastigen Beitrags geschafft. Ich hoffe, ich konnte dir einen kleinen informativen Überblick über die erwähnten Stoffarten und vielleicht den ein oder anderen Impuls für dein nächstes Nähprojekt geben. Natürlich liese sich diese Liste noch lange weiter fortsetzen – wenn dich ein bestimmter Stoff ganz besonders interessiert, du Fragen oder Verbesserungen dazu hast, oder einfach mal Hallo! sagen willst, dann lass mir gern ein Kommentar da!

Liebe Grüße und viel Spaß beim Stoffe shoppen,

deine Franzi von Schnittenliebe


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