h+h cologne 2019

Ende März fand wieder einmal die größte Handarbeitsmesse des Jahres, nämlich die h+h cologne statt und wir waren natürlich dabei, um die neuesten Trends der Handarbeitsszene zu sehen und auszuprobieren.

Kurze Pause zwischen den Talkrunden

Mit 429 Händlern, vielen Workshops und einigen Talkrunden gab es allein auf der Messe schon einiges zu sehen und zu entdecken. Zu unserem Pflichtprogramm gehörten aber auch das Bloggerdinner und der Bloggertreff der Initiative Handarbeit. Hier hatten wir die Gelegenheit neue Bloggerkolleginnen kennenzulernen und andere Bloggerinnen wiederzutreffen. Frei nach dem Motto „zusammen ist man weniger allein“ wurde hier nach Herzenslust vernetzt und beraten, neue Kooperationen geschmiedet und Erfahrungen geteilt – Allein dafür lohnt sich schon ein Besuch auf der h+h.

Andrea Müller (Jolijou), Sandra Prüßmeier (Lila-Lotta) und Anke Müller (Cherry Picking) stellen ihr neuestes Buchprojekt vor

Da der allgemeine Trend in der Branche immer stärker in Richtung Nachhaltigkeit und Natürlichkeit geht, stand auch die Messe selbst in diesem Jahr unter diesem Motto. Ein deutlich größeres Angebot an nachhaltig und ökologisch produzierten Stoffen und Garnen, aber auch innovative alternative Materialien begeisterten nicht nur uns. Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass die Messeparty am Samstag abend zumindest kulinarisch leider völlig am Thema vorbei ging. Das servierte Menü bestand aus unzähligen einzeln verpackten Fingerfoodgerichten und hinterließ auf den Tischen nicht wenige Verpackungsmüllberge… Mir persönlich hat das etwas „wehgetan“, denn ich bin mir sicher, dass man das besser machen kann und hoffe, dass das im nächsten Jahr auch wieder anderst wird!

Unbestritten auf Platz 1 der aktuellen DIY Trends lag ganz klar das „Punch Needling“ (Wer jetzt denkt „Bitte was?!“ – Ich hatte das vor der Messe auch nie wirklich wahrgenommen und einfach in die Schublade „Sticken“ einsortiert…). Interessierte konnte am Stand von Rico Design das Punch Needling auf Herz und Nieren testen und nicht wenige gingen mit einem Probierset und vielen neuen Ideen nach Hause.

Neues im Bereich Nähmaschinen gab es beim Stand von Veritas zu sehen. Dort wurde die „Veritas Florence“ vorgestellt, eine neue Näh-/Stickmaschine, die gänzlich auf kleine, nutzerunfreundliche Displays verzichtet und stattdessen mithilfe einer eigens entwickelten App arbeitet. Begeistert hat uns nicht nur die Vorführung der App und der Stickeinheit, sondern auch das qualitativ hochwertige Stickergebnis und der vergleichsweise günstige Preis der Maschine. Noch gibt es sie leider nicht zu kaufen, aber wir halten Augen und Ohren für euch offen!

Auch Babylock überraschte mit zwei neuen Overlockmodellen. Vorgestellt wurde die Babylock Victory als Nachfolger der Babylock Imagine, mit einigen neuen und verbesserten Funktionen (jedoch baugleich und daher „Behälterkompatibel“ mit dem Vorgänger „Babylock Imagine“). Ein gänzlich neues Modell kommt mit der „Babylock Acclaim“ daher – aber keine Sorge, ihr kennt uns ja und könnt euch schon denken, dass ein passender Auffangbehälter in Kürze bei uns erhältlich sein wird…

Persönliche Highlights

Zu meinen persönlichen Highlights der Messe gehörte definitiv der kleine aber feine Stand von Botties. Kennt ihr das, wenn ihr hunderte Kilometer quer durch Deutschland fahren müsst, um dann jemanden kennen zu lernen, der quasi euer Nachbar ist? So geschehen hier. Botties ist ein Startup aus Pforzheim und kommt mit einer innovativen Schuhsohle daher, mit der man tolle Schuhe häkeln, stricken oder nähen kann. Anleitungen gibt es dazu schon einige direkt auf der Website und für Häkelanfänger wie mich gibt es sogar idiotensichere Videotutorials. Ich bin zur Zeit ja sowieso im Schuhnähmodus und hab mir daher gleich ein Paar mitgenommen – zum Experimentieren…

Luftig gehäkelte Schuhe für den Sommer, Wollboots für den Winter…

Die innovative Schnittmusterapp Pattarina hatte zwar ebenfalls einen überschaubar großen Stand, war aber bei den Messebesuchern umso begehrter. Die App (die bisher noch nicht im Appstore erhältlich ist) soll uns mithilfe von Augmented Reality den lästigen Schritt des Schnittmusterausdruckens, -klebens und -übertragens ersparen und zeigt uns auf dem Smartphonedisplay den virtuellen Schnitt direkt auf dem vorher zurechtgelegten Stoff. Das Abzeichnen auf den Stoff während man auf das Handydisplay schaut erfordert zwar etwas Übung, reduziert allerdings den Papierverbrauch und spart enorm viel Zeit. Und ganz ehrlich, wer klebt schon gerne DinA4 Schnittmusterseiten zusammen (außer wenn der Tatort mal wieder zum Einschlafen ist…). Die App selbst wird kostenlos sein, die appkompatiblen Schnittmuster werden dafür wohl etwas teurer sein, als die „normalen“ Ebooks. Als Schnittersteller sind wohl auch schon einige große im Boot und da werden sicher noch viele nachziehen. Wer den Launch der App (vorraussichtlich noch 2019) nicht verpassen will, kann sich auf der Website direkt eintragen und wird dann informiert, sobald die App erhältlich ist.

Augmented Reality im DIY Bereich – lässt nicht nur IT Freak-Herzen höher schlagen

Noch mehr spannende Berichte und Beiträge zur diesjährigen Messe findet ihr zum Beispiel hier:

Bei Bella von Herzensüß (Stricken/Häkeln)

Bei Frau Häkel (Häkeln 😉 )

Bei Katja (Nähen)

Das Aktuelle Projekt der Initiative Handarbeit „Make me take me“ könnt ihr euch hier anschauen

Die nächste h + h cologne findet übrigens vom 20. – 22.03.2020 statt. Wir haben uns den Termin schon fest eingetragen – seid ihr auch dabei?

Nähfreudige Grüße

eure Franzi von Schnittenliebe

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